Es gibt die "neuen Väter"! Väter, die sich dafür einsetzen, Teilzeit arbeiten zu können, sich aktiv an den Arbeiten im Haushalt beteiligen, in der Kindererziehung auch weniger attraktive Aufgaben übernehmen und sich erst noch mit dem Thema Erziehung und ihrem eigenen Erziehungsstil befassen. 84 Bewerbungen sind bei uns eingegangen. Diese zeigen aber auch, wie schwierig es für Männer immer noch ist, Teilzeitarbeit zu leisten und doch eine anspruchsvolle Aufgabe zu haben. Es wird auch deutlich, dass nicht nur hinter einem erfolgreichen Mann eine starke Frau steht. Auch hinter den "neuen Vätern" stehen starke Frauen, die erwarten, dass ihre Partner sich auch für die Familie einsetzen. Sie trauen ihnen zu, dass sie diese Arbeiten gut tun und schätzen es auch, wenn die Väter neue Rollenmodelle leben. Eigentlich müssten wir Familien auszeichnen. Das tun wir ja indirekt, in dem der Preis der ganzen Familie zu Gute kommt.
Der Schweizerische Bund für Elternbildung SBE setzt sich für die Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz ein. Wir wünschen uns mehr Väter, die sich mit ihrem Erziehungsstil auseinander setzen und fordern. Zum Beispiel Geburtsvorbereitungskurse, die über die Vorbereitung auf den reinen Geburtsvorgang herausgehen. Die werdenden Eltern sollen sich auch mit ihrer neuen Rolle auseinandersetzen und gemeinsam ein Familienmodell schaffen in dem Vater, Mutter und Kind einen Platz einnehmen können. Solche Kurse sollen allen Eltern zugänglich sein. Dadurch kann die Familie präventiv unterstützt und für die Kinder eine gute Basis für ihr Aufwachsen geschaffen werden.
Elternbildung wird in der Schweiz von rund 1'000 verschiedenen Organisationen angeboten; z.T. ist das ihre primäre Aufgabe, z.T. bieten sie Elternbildungsveranstaltungen nebst andern Tätigkeiten an. Viele Trägerschaften arbeiten unentgeltlich. In mehreren Kantonen sind die einzelnen Anbieter/innen zu einer kantonalen Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die alle Mitglied beim SBE sind. In andern Kantonen sind die verschiedenen Organisationen nur lose oder gar nicht miteinander vernetzt. Der Verein Schweizerischer Bund für Elternbildung SBE wurde 1967 als Dachorganisation gegründet.
Elternbildung ist Teil der Erwachsenenbildung wie auch der präventiven Familienhilfe; sie befasst sich mit allen Aspekten der Erziehung und des Zusammenlebens in Familien. Eltern-Bildung hat zum Ziel, Familien zu unterstützen und im umfassenden Sinn deren Gesundheit zu fördern. Sie ist eine wichtige, präventive und gesellschaftliche Aufgabe. Elternbildung anerkennt die verschiedenen Familienformen und berücksichtigt deren Vielfalt in ihrer Arbeit. Die Anbietenden informieren sich über aktuelle Trends und wissenschaftliche Erkenntnisse ihres Fachgebietes. Sie nehmen am öffentlichen Diskurs teil und sind aktiv in die Veränderungsprozesse in ihrem Wirkungskreis eingebunden. Sie überdenken ihre Angebote und entwickeln sie gezielt weiter.
Grundsätze des SBE
• Elternsein ist eine anspruchsvolle, vielfältige Aufgabe. Mütter
und Väter sollen in dieser Tätigkeit unterstützt werden.
• Der SBE anerkennt die verschiedenen Familienformen und berücksichtigt
diese Vielfalt in seiner Arbeit.
• Familien sind wichtige Einheiten unserer Gesellschaft. Darum engagiert
sich der SBE für familienpolitische Fragen.
• Die Elternbildung leistet einen Beitrag zur Prävention im Sozial-
und Gesundheitsbereich.
• Die Elternbildung entwickelt sich mit dem gesellschaftlichen Wandel.
Innovative und kreative Projekte sind zu fördern.
• Der SBE arbeitet mit Organisationen des Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesens
zusammen und nutzt Synergien.
Andy Tschümperlin,
Präsident Schweizerischer Bund für Elternbildung