Integration von Eltern fremdsprachiger Kinder

3. April 2002 - Interpellation  eingereicht

Am 1. Mai 2001 hat der Kanton Schwyz die Stelle für Interkulturelle Pädagogik in einem 30%-Pensum besetzt. Zurzeit arbeitet eine Lehrperson, die neben dieser Tätigkeit an der Primarschule unterrichtet, vor allem administrativ. Daneben betreibt sie Grundlagenarbeit, wozu auch das Erheben von diversen Statistiken zählt.

Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat 1991 Empfehlungen zur Schulung fremdsprachiger Kinder herausgegeben.

Den Kantonen wird empfohlen:

  • mit der Integration bereits im Vorschulalter zu beginnen
  • ausserschulische Hilfen anzubieten
  • Lehrpersonen bereits in der Ausbildung auf die Integrationsaufgaben vorzubereiten
  • Bedürfnisse fremdsprachiger Eltern in Lehrmitteln, Lehrplänen, Stundentafeln sowie der Schulorganisation zu berücksichtigen
  • Eltern von fremdsprachigen Kindern in den Integrationsprozess ihrer Kinder einzubeziehen


In Wangen, Einsiedeln und Küssnacht laufen zurzeit Integrationskurse, mit deren Hilfe Mütter von ausländischen Schul- und Kindergartenkindern integriert werden. Diese Kurse werden mit Geldern des Bundes und einem Beitrag des Kantons Schwyz aus dem Lotteriefonds mit einem einmaligen Unterstützungsbeitrag von 17'000 Fr. unterstützt. Der Kanton will in Zukunft diese Kurse nicht mehr finanziell unterstützen, weil die Regierung diese Aufgabe den Gemeinden zuweist.

Die Empfehlungen der EDK werden im Kanton Schwyz nur mangelhaft umgesetzt, teilweise sogar verunmöglicht. Eine finanzielle Unterstützung von Projekten im Bereich der Integration wird mangels einer fehlenden gesetzlichen Grundlage verunmöglicht. Darum bitte ich den Regierungsrat, folgende Fragen zu beantworten:
 

  1. Wann wird das auf die Bemühungen des Bundes abgestimmte Integrationsleitbild  für unseren Kanton erarbeitet? (Regierungsprogramm 2001/2002, Ziel 14, „Ausländerinnen und Ausländer besser integrieren“)
  2. Wann werden somit die gesetzlichen Grundlagen geschaffen, um Integrationsprojekte finanziell unterstützen zu können?
  3. Genügt das 30%-Pensum, um die Empfehlungen der EDK umzusetzen und die Bearbeitung aller Bereiche der Interkulturellen Pädagogik vorzunehmen?
  4. Die EDK empfiehlt, die Eltern in den Integrationsprozess ihrer Kinder einzubeziehen. Wie soll diese Zielsetzung im Kanton Schwyz umgesetzt werden?
  5. Seit 1991 sind die Klassen zunehmend und sichtbarer heterogener geworden, was die Lehrpersonen mit veränderten Anforderungen an ihre Unterrichtpraxis konfrontiert. Wie gedenkt der Regierungsrat die Lehrpersonen auf diese zusätzliche Arbeit vorzubereiten?

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