Der Schweizer Wirtschaft fehlen tausende von Informatikern und Informatikerinnen. Dies kann beispielsweise einem Artikel der Wirtschaftszeitung „Cash“ (9/2000) entnommen werden.
Auch im Kanton Schwyz kann der Bedarf an Informatikspezialisten bei weitem nicht gedeckt werden. Dies wird von namhaften Unternehmen aus der Branche bestätigt. Firmen aus dem Technologiebereich sind bekanntlich nur dann bereit, sich an einem Standort niederzulassen, wenn sie auch Aussicht haben, die Stellen mit qualifizierten Fachkräften besetzen zu können. Es kann deshalb festgehalten werden, dass der Mangel an Informatik-Fachkräften die weitere wirtschaftliche Entwicklung in diesem zukunftsträchtigen Bereich einschränkt.
Auf eidgenössischer Ebene laufen momentan Abklärungen, ob zur Behebung des Informatikermangels Fachkräften aus Osteuropa und Asien zusätzliche Arbeitsbewilligungen erteilt werden sollen. Zu einer dauerhaften Lösung dürften aber diese Massnahmen kaum führen, denn auch in unseren europäischen Nachbarstaaten werden ähnliche Ueberlegungen angestellt. In einem möglichen Konkurrenzkampf um diese Arbeitskräfte asiatischer und osteuropäischer Herkunft dürften dabei die EU-Staaten gegenüber der Schweiz doch gewichtige Vorteile aufweisen (Sprache, offene Grenzen etc.).
Die heute bei uns praktizierte duale Ausbildung zum Informatiker und zur Informatikerin hat sich zwar grundsätzlich bewährt, vermag aber den künftigen Bedarf kaum zu decken. Hinzu kommt, dass der Drang von jungen Menschen in diese Bereiche nach wie vor ungebrochen gross ist und in nächster Zeit aufgrund des Internet-Booms eher noch zunehmen dürfte.
Die geforderte Informatikmittelschule würde übrigens kein Novum für die Schweiz darstellen. An den Kantonsschulen Winterthur, Frauenfeld und Chur wird ab Sommer 2000 ein entsprechender Lehrgang geführt. Es würde dem Kanton Schwyz zweifellos gut anstehen, bei der Ausbildung in den neuen Technologien einmal zur Spitzengruppe zu gehören.
Der Regierungsrat wird beauftragt, an einer bestehenden Mittelschule eine Informatikmittelschule zu schaffen. Der Lehrgang soll auf 4 Jahre ausgerichtet sein (3 Jahre Schuljahre und 1 Jahr Berufspraxis) und den Abschluss in Informatik mit eidgenössische Fähigkeitszeugnis anbieten.
KR Andy Tschümperlin, Schwyz